Junge Mode made in Egypt

Die Textilindustrie zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Ägypten. Sie produziert für die globalen Bekleidungsketten, eine eigenständige Mode kreiert sie jedoch nicht. Dabei verfügt Ägypten mit einer hochwertigen Baumwolle und einer jahrhundertalten Tradition des Kunsthandwerks über glänzende Ausgangsbedingungen. 

Um diese zu nutzen und moderne Mode aus Ägypten auf dem Bazaar Berlin – der größten europäischen Messe für hochwertige Mode aus Entwicklungs- und Schwellenländern – anbieten zu können, startete die Messe Berlin zusammen mit sequa eine develoPPP.de-Partnerschaft.

Das develoPPP.de-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt nachhaltige Aktivitäten von Unternehmen. Im Auftrag des BMZ setzt sequa das Programm um. 

Ziel der Zusammenarbeit war es, ägyptische Designer darin auszubilden, ägyptische Web- und Stickkunst mit modernen Designelementen zu verbinden. Dazu knüpften sequa und Messe Berlin mit Hilfe des Vereins Global Project Partners Kontakte zu einer staatlichen Modeschule, dem Burgo Fashion Center.

In einem ersten, Ende 2013 abgeschlossenen develoPPP.de-Projekt, initiierten die Partner einen Ausbildungsgang in Ethnic Product Design. Die besten Designschüler durften ihre Mode anschließend auf dem Bazaar Berlin präsentieren. 

Während der Ausbildung entstand die Idee für das eigene Modelabel Allaga. Damit dieses wirtschaftlich prosperieren kann, braucht es neben Kleidung auch Schmuck und Accessoires. Für diesen weiteren Schritt vereinbarten die Partner eine zweite Entwicklungspartnerschaft, die darüber hinaus neue Vermarktungswege in Ägypten und nach Europa entwickeln soll.

Seit 2010 unterrichtet das Burgo Fashion Center Designschüler in Ethnic Product Design. Die Mode aus Ägypten findet auf dem Bazaar Berlin reißenden Absatz. 

Das stärkt den Ruf der Messe als wichtige Adresse für hochwertige Textilien aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Dank der Nachfrage entstehen zusätzliche Verdienstmöglichkeiten für Weber und Stickerinnen im ländlichen Ägypten.

„Dank des Projekts können wir hochwertige und eigenständige Mode aus Ägypten präsentieren. Damit verhelfen wir einem Ethnodesign zum Durchbruch, das den Modestandort Ägypten stärkt. Das Modelabel Allaga setzt auf Handarbeit, nicht auf Masse. Das stärkt auch unser Image.“

Barbara Mabrook, Leiterin Bazaar Berlin 

Zahlen | Daten | Fakten

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Designschüler wurden ausgebildet.

Kooperation

Durch die Kooperation entwickelten Ausbilder und Designschüler eine erfolgreiche Modelinie.

Arbeitsplätze

Aufgrund der Nachfrage auf der Berliner Messe entstanden Arbeitsplätze für Näher und Sticker im ländlichen Ägypten.