Bessere Lebensgrundlage durch Vanille

Eine bessere Lebensgrundlage für Vanilleproduzenten in Madagaskar schaffen und dafür im Gegenzug nachhaltig angebaute Vanille in höchster Qualität erhalten – das ist die Idee hinter der Entwicklungspartnerschaft zwischen der Symrise AG, dem Nahrungsmittelkonzern Unilever und der GIZ. Symrise ist weltweit der viertgrößte Duft- und Aromenhersteller; einer seiner Hauptkunden, auch bei der Abnahme von Vanille, ist Unilever.

Obwohl echte Bourbonvanille aus Madagaskar auf dem Weltmarkt hohe Preise erzielt, können die kleinbäuerlichen Familien, die das begehrte Gewürz mühsam und in aufwändiger Handarbeit anbauen, davon kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten. Fallen zudem Ernte und Qualität einmal schlechter aus, geraten sie schnell in Not, denn sie sind fast ausschließlich von der Vanille abhängig.

Die jährlichen Mengen- und Qualitätsschwankungen beim Vanille-Einkauf hatten auch Symrise immer wieder Probleme bereitet. Mit Unilever als Partner entschied sich das Unternehmen daher für eine direkte Kooperation mit den kleinbäuerlichen Produzenten – und für eine dreijährige Entwicklungspartnerschaft im Rahmen des develoPPP.de-Programms. 2016 trat die Organisation Save the Children der Allianz bei.

Mit Hilfe der GIZ unterstützen die Partner nun seit 2014 etwa 7.000 Kleinbauern und deren Familien in einer der ärmsten Regionen der Welt. Rund 10.000 Familien sollen damit eine bessere Lebensgrundlage bekommen – und die Unternehmen im Gegenzug Vanilleschoten höchster Qualität aus nachhaltigem Anbau.

Kern der Entwicklungspartnerschaft sind praxisnahe Schulungen direkt auf den Feldern von Modellfarmen, der Aufbau von landwirtschaftlichen Fachschulen zur Ausbildung im Vanille-Anbau und die Weiterbildung von Lehrkräften für die Umweltaufklärung schon in den Grundschulen. Hinzu kommen eine eigens geschaffene Krankenversicherung für die Gesundheitsvorsorge sowie umfassende Aufklärungskampagnen seitens Save the Children.

Bislang haben mehr als 5.000 Bauern in 70 Dörfern gelernt, wie sie Ertrag und Qualität von Vanille, und damit auch ihren Verkaufserlös, nachhaltig erhöhen können. Und sie lernen, weitere Feldfrüchte anzubauen, um sich wirtschaftlich unabhängiger von der Vanille zu machen und ihre Familien langfristig besser ernähren zu können.

Im Laufe der Entwicklungspartnerschaft haben drei landwirtschaftliche Fachschulen, inzwischen mit rund 180 Auszubildenden, ihren Lehrbetrieb aufgenommen. Zudem hat sich die Anzahl der ertragsschwachen Monate bereits von fünf auf drei verringert. Zum Ende des Projekts sollen mindestens 70 Prozent der Kleinbauern ihre Vanilleproduktion um 40 Prozent pro Hektar gesteigert haben.

„Wir freuen uns über das umfassende Entwicklungsprogramm, das wir gemeinsam mit unseren Partnern Unilever und GIZ auf den Weg gebracht haben. Nachhaltige Wertschöpfung bildet den Kern unserer Unternehmensstrategie. Das durch diese Partnerschaft verstärkte Engagement bietet uns die Chance, Werte für alle zu schaffen.“

Dr. Heinz-Jürgen Bertram, Vorstandsvorsitzender der Symrise AG

Zahlen | Daten | Fakten

0
Bauer
in 70 Dörfern zum nachhaltigen Anbau von Vanille, Kakao und Gewürznelken wurden geschult.
0
Modellfarmen
werden begleitet und unterstützt.
0
%
der Haushalte
haben ihr Einkommen um 20 % erhöht.

Ressourcen

Die ertragsarme Periode wurde von 5 auf 3 Monate verringert.

Ausbildung

Etablierung von 3 landwirtschaftlichen Fachschulen mit insgesamt rund 180 Auszubildenden. Weiterbildung in Umwelterziehung von 218 Lehrer/-innen in 36 Grundschulen.

Versorgungsstruktur

6.000 Kleinbauern erhalten eine Krankenversicherung.

Jugendförderung

36 Jugendkomitees mit insgesamt 430 Mitgliedern fördern die Beteiligung der Jugendlichen in den Gemeinden.