Gute Geschäfte für die Frauen von Ituri

    Die Stadt Nioka ist umgeben von fruchtbarem Land, auf dem bereits in den 1940er und 1950er Jahren ölhaltige Pflanzen angebaut wurden. Da die weltweite Nachfrage nach zertifizierten ätherischen Ölen kontinuierlich steigt, wollte die kongolesische Firma Avituri diese Tradition im vom Bürgerkrieg schwer gezeichneten Ituri-Distrikt wiederbeleben. 

    Für die Ölproduktion sollten Setzlinge gezüchtet, Felder angelegt und eine Destillerie aufgebaut werden. Hierfür benötigte der Eigentümer Charles Schafrad jedoch Partner, da erhebliche Vorarbeiten nötig waren.

    Etwa zur selben Zeit suchte das französische Unternehmen Nateva neue Lieferanten von hochwertigen Ölen für die Kosmetikindustrie und medizinische Anwendungen. Um die Produktion des Storchschnabelgewächses Geranium in großem Stil aufbauen zu können, hat Nateva 2012 mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen des develoPPP.de-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen. 

    Mit Hilfe der Entwicklungspartnerschaft wollte die GIZ in dieser wirtschaftlich rückständigen Region Verdienstmöglichkeiten schaffen und vor allem alleinerziehende Frauen fördern, die unter den Folgen des Krieges besonders leiden.

    Inzwischen bewirtschaftet Avituri 200 Hektar gepachtetes Land. Das Geranium erntet Avituri zweimal pro Jahr. 2014 hat das Unternehmen rund 2.000 Kilogramm Geraniumöl an Nateva verkauft. Durch die finanzielle Unterstützung konnte Charles Schafrad Anbau und Produktion sehr viel schneller entwickeln. 

    Sein Unternehmen beschäftigt mittlerweile rund 240 Menschen, 80 Prozent davon sind alleinerziehende Frauen. Jeder Beschäftigte erhält mit Bonuszahlungen 100 Prozent mehr Lohn als in der Region üblich.

    Außerdem hat Charles Schafrad einen Sozialfonds aufgelegt, in den Avituri und Nateva jeweils 3,75 Euro pro kg Geraniumöl einbezahlen. Dieser Fonds wird von der Mitarbeitervereinigung selbstständig verwaltet und finanziert zum Beispiel die Schulgebühren für die Kinder der Arbeitnehmer sowie einen Gesundheitsposten. 

    Darüber hinaus gründete sich - ebenfalls von Avituri initiiert - ein Arbeiterkomitee, das über die Einhaltung der Arbeiterrechte wacht. Diese sozialen Rahmenbedingungen waren ausschlaggebend für das Fair for Life Social- und Fair Trade-Zertifikat. Insgesamt hat das develoPPP.de-Projekt alle gesetzten Erfolgsindikatoren übertroffen.

    „Das Projekt, essentielle Öle im Osten von Kongo herzustellen und zu exportieren, stellt eine große Herausforderung dar. Mit Hilfe der GIZ konnten wir unsere Produkte schneller entwickeln, dadurch ökonomischer wirtschaften und unser Marketing professionalisieren.“

    Walter De Boeck, Sourcing- und Exportmanager bei Nateva

    Zahlen | Daten | Fakten

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    Arbeitsplätze
    geschaffen; vor allem alleinerziehende Frauen, haben eine sichere, gut bezahlte Arbeit gefunden.

    Ressourcen

    Nateva hat sich eine Quelle für hochwertiges, biologisch angebautes Geraniumöl erschlossen.

    Einnahmen

    Avituri konnte mit Hilfe der GIZ seine Kapazitäten erweitern und erzielt dadurch höhere Einnahmen.

    Sozialstandards

    Die Kinder der Arbeitnehmer können dank eines von Avituri eingerichteten Sozialfonds die Schule besuchen.