Kinderkardiologie in Bolivien aufgebaut

Herzkranke Kinder haben in Bolivien schlechte Chancen, angemessen behandelt oder gar geheilt zu werden. Selbst in der Hauptstadt La Paz fehlt es zur Vorsorge, Diagnose und Behandlung an kardiologisch qualifiziertem Personal und den dazu notwendigen medizintechnischen Geräten. 

Entschlossen, dagegen etwas zu unternehmen, entschied sich die Drägerwerk AG & Co. KGaA (Dräger), dem Kinderkrankenhaus „El Niño“ in La Paz medizinische Geräte, die nötigen Schulungen sowie Serviceleistungen und Ersatzteile zu spenden. Dräger ist ein international führendes Unternehmen der Medizin- und Sicherheitstechnik. Was zunächst als Einzelengagement geplant war, wurde zu einer Entwicklungspartnerschaft mit der GIZ und weiteren Partnern wie dem staatlichen Gesundheitsministerium.

Ziel ist es, mit neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten die Kindersterblichkeit zu verringern und so das bolivianische Gesundheitswesen nachhaltig zu stärken. Die lokale Kinderherzstiftung „Fundación Cardioinfantil“ setzt das Projekt vor Ort um. Dafür stellt Dräger dem Kinderkrankenhaus medizinische Geräte sowie Reparatur- und Wartungsleistungen zur Verfügung und weist das Personal ein. 

Die Stiftung organisiert, dass bolivianische Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal von staatlichen Gesundheitseinrichtungen in Argentinien ausgebildet werden und ermöglicht landesweit Diagnose-Untersuchungen und chirurgische Eingriffe. Unterstützt von der Ludwig-Maximilian-Universität in München wird im Kinderkrankenhaus zudem ein herzchirurgisches Team aus 30 Fachleuten aufgebaut.

Das Kinderkrankenhaus ist durch seine technische Ausstattung, die neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten und sein herzchirurgisches Team zu einem Vorreiter in der Kinderkardiologie geworden. 

Das Projekt liefert zudem einen Impuls für ein staatliches, landesweites Programm zu Herzerkrankungen. Dräger wiederum kann über sein soziales Engagement hinaus von einer erhöhten Nachfrage nach entsprechender Medizintechnik profitieren, was es dem Unternehmen langfristig erleichtern wird, den Markt in den Andenländern zu erschließen.

„Wenn wir nur unsere Medizintechnik, Expertise und unseren Service gespendet hätten, wäre das eine einmalige Aktion gewesen. Mit der Entwicklungspartnerschaft sind nun Weiterbildung und eine strukturbildende, gesundheitspolitische Komponente dazu gekommen – und damit ein nachhaltiger Einfluss auf die Gesundheitsversorgung in Bolivien.“ 

Eeva Karsta, Director Government Relations bei Dräger

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mehr Herzerkrankungen bei Kindern werden erkannt und behandelt.

Ausbildung

Rund 200 Pfleger und -innen und bislang 79 Kinderärzte und -ärztinnen sind in Vorsorge, Diagnose und Therapie von Herzkrankheiten weitergebildet.

Qualifizierung

50 Personen sind bereits in die Bedienung der medizinischen Geräte eingewiesen.

Arbeitsplätze

Zwei neue Stellen wurden zur Etablierung der Kinderkardiologie- und Herzchirurgieabteilung geschaffen, drei weitere sind geplant.