Sauber und fair: Leder aus Bangladesch

Im globalen Wettbewerb fertigen immer mehr internationale Unternehmen aus der Bekleidungs- und Lederbranche in Bangladesch – auch das Familienunternehmen Picard Lederwaren. Allerdings sind die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in Bangladesch vielfach nicht akzeptabel.

Ab 2012 plante Picard Lederwaren eine neue Produktionsstätte in Bangladesch. Dabei stand das hessische Unternehmen vor zwei Herausforderungen. Erstens wollte es seine Ausgangsmaterialien nur noch von Gerbereien beziehen, die soziale und ökologische Standards einhalten. Außerdem wollte Picard die Arbeitsabläufe modernisieren. Die dafür notwendigen Fachkräfte gab es jedoch nicht. 

Deshalb unterstützten DEG und Picard eine zuliefernde Gerberei im Rahmen eines develoPPP.de-Projektes dabei, ihre Produktion auf soziale und ökologische Standards umzustellen. Ferner initiierten die Projektpartner in Zusammenarbeit mit dem College of Leather Technology einen neuen Ausbildungsgang.

Diese Ziele decken sich mit den Anliegen des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und werden daher durch das develoPPP.de-Programm gefördert, welches die DEG im Auftrag des BMZ umsetzt.

Seit 2014 stellt Picard seine Lederwaren in der neuen Produktionsstätte her und beschäftigt inzwischen 1.600 Menschen, 600 mehr als vor der Modernisierung. Picard setzt dabei alle Standards für den Arbeits- und Umweltschutz um, die in Bangladesch zwar vorgeschrieben sind, bisher aber häufig nicht eingehalten werden.

So liefert Picard als Vorbild für andere Unternehmen den Beweis, dass höhere Löhne und eine sozial- und umweltverträgliche Produktion Gewinne nicht schmälern müssen, sofern ein Unternehmen gleichzeitig seine Prozesse optimiert. 

Am College of Leather Technology haben bereits 41 Studierende die Ausbildung abgeschlossen, jedes Jahr kommen 25 weitere Absolventen hinzu. Das sichert Picard die Fachkräfte, die das Unternehmen für die eigene Produktion benötigt, erhöht aber auch die Chancen der Studierenden auf dem Arbeitsmarkt.

„Durch die Zusammenarbeit mit der DEG konnten wir die Ausbildung in unserem Werk in Bangladesch verbessern und langfristig verankern. Indem wir bei den sozialen und ökologischen Standards vorausgehen, übernehmen wir Verantwortung.“

Thomas Picard, Geschäftsführer von Picard

Zahlen | Daten | Fakten

0
neue Arbeitsplätze geschaffen.
0
Absolventen
haben den Ausbildungsgang abgeschlossen.

Arbeitsstandards

Die Mitarbeiter arbeiten in einem gesunden Arbeitsumfeld.

Umweltstandards

Picard bezieht Ausgangsmaterialien von einer Gerberei, die soziale und ökologische Standards einhält.

Ausbildung

DEG und Picard initiierten einen neuen Ausbildungsgang in der Lederindustrie.