Scania & GIZ bilden Busfahrerinnen in Ghana aus

23.03.2018

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lernte während seines letzten Besuchs angehenden Busfahrerinnen in Ghana kennen. Thema seiner Reise im Dezember 2018 war: Flucht und Migration. Gegenüber der ghanaischen Tageszeitung „Daily Graphic“ erklärte er: „Wir wollen dazu beitragen, dass es Ghana gelingt, seinen jungen Bürgern eine bessere Perspektive zu bieten als den lebensgefährlichen Weg der illegalen Migration.“ Ein Weg dahin sind Arbeitsplätze vor Ort. Die von Scania und der GIZ ins Leben gerufene Transportakademie in Accra gibt ein Beispiel, wie Männern und Frauen in Ghana mit deutscher Unterstützung neue Chancen eröffnet werden können.

Das Projekt findet im Rahmen einer develoPPP.de Entwicklungspartnerschaft mit Scania statt. Eines der Ziele des Projekts ist es, 600 Busfahrer auszubilden – darunter mindestens 10 % Frauen. Sie fahren Studien zufolge vorausschauender als Männer und verursachen somit weniger Unfälle. Aus diesem Grund wurde die „Female Drivers Campaign“ gestartet: Von den 380 Frauen, die zuvor eine Bewerbung für das Programm eingereicht hatten, wurden 100 ausgewählte Bewerberinnen zu dem „Open Day: Women Moving the City“ eingeladen. Dort erfuhren die Frauen von den Inhalten des Trainings sowie von den Berufsvoraussetzungen und -chancen auf eine zukünftige Anstellung beim Greater Accra Passenger Transport Executive (GAPTE) Committee. Frederick Morsing, Managing Director bei Scania West Africa, ist sich sicher, dass die künftigen Fahrerinnen eine Vorbildfunktion einnehmen und ihre männlichen Kollegen von ihrem Fahrverhalten lernen werden.

Hintergrund dieser Entwicklungspartnerschaft ist der Mangel an ausgebildeten Berufskraftfahrern in Ghana. Da es in Ghana bislang keine spezielle Ausbildung für Berufskraftfahrer gab, entspricht die Fahrweise der lokalen Bus- und LKW-Fahrer modernen Standards im Hinblick auf Verkehrssicherheit nicht. Darüber hinaus befinden sich viele der Busse und Lkws in einem fahruntauglichen Zustand, so dass die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer zunehmend gefährdet wird.

Um den Herausforderungen des Personenverkehrs in Accra nachhaltig zu begegnen, liefert Scania 300 Busse für den Aufbau des geplanten Bus Rapid Transit System (BRT) und gründete zusammen mit der GIZ eine Transportakademie. Dort sollen neben Automechanikern in Zukunft auch Bus- und Lkw-Mechaniker ausgebildet werden. Um die Lehrgänge zu unterstützen, hat Scania ein Trainingszentrum eingerichtet, welches neben theoretischen Ausbildungen auch eine moderne Reparaturwerkstatt für Busse und Lastwagen anbietet.

O. B. Amoah, stellvertretender Minister für Gemeindeverwaltung & Ländliche Entwicklung, lobte das Projekt. Für ihn liege der Schlüssel zum Erfolg in einer engen Zusammenarbeit der Unternehmen mit den lokalen Ministerien und der Bevölkerung. Nur so könne das öffentliche Transportsystem in Ghana nachhaltig verbessert werden.

Die Entwicklungspartnerschaft von Scania, ZF Friedrichshafen AG, Robert BOSCH Middle East FZE, WABCO, ETTP und der GIZ wird durch das develoPPP.de-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. Mit develoPPP.de fördert das BMZ das Engagement der Privatwirtschaft dort, wo unternehmerische Chancen und entwicklungspolitischer Handlungsbedarf zusammentreffen.