Moderne Orthopädietechnik in Kuba

14.08.2018

© Sven Creutzmann

Mehr Lebensqualität dank moderner Prothesen

In Kuba leben etwa 16.000 Menschen mit größeren Amputationen an einer unteren Extremität. Doch viele Patienten erhalten keine angepasste Prothese oder müssen lange auf professionelle Hilfe warten. Der Grund dafür ist ein akuter Fachkräftemangel. Doch damit nicht genug: 1.600 Amputationen kommen jährlich aufgrund von Autounfällen oder Krankheiten wie Diabetes hinzu.

Im Rahmen einer develoPPP.de-Entwicklungspartnerschaft hat sich die Ottobock SE & Co. KGaA gemeinsam mit der GIZ das Ziel gesetzt, den Bedarf an Prothesen und Orthesen zukünftig besser zu decken und so die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Der niedersächsische Medizintechnikkonzern ist Weltmarktführer in diesem Bereich. Sein Expertenwissen gibt das Unternehmen an Orthopädietechniker in Kuba weiter – so sollen auch die Menschen vor Ort von besonders leichten Prothesen aus Fiberglas und Karbonfaser profitieren.

In den ersten zwei Jahren der Entwicklungspartnerschaft wurden bereits 33 Orthopädietechniker weitergebildet und im Materialbereich geschult. Bis zum Projektende 2018 werden vier Werkstätten landesweit modernisiert und vier weitere Lehrgänge durchgeführt. Das Engagement des Unternehmens ist dabei langfristig angelegt. Marcelo Cuscuna, Regionalpräsident des deutschen Medizinkonzerns Ottobock in Lateinamerika, betont in diesem Zusammenhang: „Kuba ist noch kein Geschäft für Ottobock, sondern eine Investition in die Zukunft. Es geht hier nicht darum, sofort Geld zu verdienen, wir sehen aber Marktpotenzial. Darüber hinaus wollen wir unserer sozialen Verantwortung gerecht werden.“

Das Engagement von Ottobock reicht über die Grenzen Kubas hinaus: In der eigens gegründeten International O&P School bildet das Unternehmen Orthopädietechnikern aus Schwellenländern weltweit aus und trägt so dazu bei, das Versorgungsniveau in den jeweiligen Ländern stetig zu verbessern.